Rülke: Fortsetzung von Technik-Zug an Heinrich-Wieland-Schule im nächsten Jahr denkbar
Umgang des Kultusministeriums mit der Auflösung des sechsjährigen Technik-Zugs an der Heinrich-Wieland-Schule in Pforzheim problematisch.
Pforzheim/Stuttgart. Der Pforzheimer Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion Hans-Ulrich Rülke hatte sich im Nachgang zu Berichterstattungen über die Auflösung des sechsjährigen Technik-Zugs an der Heinrich-Wieland-Schule Pforzheim mit einer parlamentarischen Initiative (Drucksache 17 / 5679 anbei) an die Landesregierung gewandt, um den Sachverhalt aufzuklären. Nun liegt die Antwort von Kultusministerin Theresa Schopper vor.
„Die Kultusministerin hat mir geschrieben, dass ihr keine Informationen bezüglich der Auflösungen von Klassen nach Beginn des Schuljahres vorliegen, da hierüber die Schulen und Regierungspräsidien entscheiden würden. Das wirft jedoch die Frage auf, warum Frau Schopper dort nicht nachfragt. Entweder sie interessiert sich nicht dafür oder die Informationen wären ihr wohl unangenehm – stattdessen bekommt die Schule lieber einen Maulkorb“, so Rülke.
Zudem kritisiert Rülke das Vorgehen der Beteiligten. „Die Entscheidung über die Auflösung fiel am 15. September 2023 – erst am 5. Oktober 2023 wurden die betroffenen Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern final darüber informiert, dass die Kinder vollständig bei der Fritz-Erler-Schule aufgenommen werden. Man kann die Betroffenen doch nicht so lange im Ungewissen lassen! Dies hätte man schon vor der finalen Auflösung klären müssen, statt mit einer langen Hängepartie die Kinder in der Schwebe zu lassen“, so Rülke wörtlich.
Auch die eigentliche Frage, warum dieses Jahr der Technik-Zug aufgelöst wurde, obwohl schon in den vergangenen Jahren die Mindestanzahl nicht erreicht wurde, wird in dem Antwortschreiben der Ministerin nicht beantwortet.
Die Ministerin teilte weiter in ihrem Antwortschreiben mit, dass die regionale Schulentwicklung (RSE) Hinweisschreiben an den Schulträger versende, wenn die Mindestschüleranzahl von 16 unterschritten wird. Werde diese Anzahl in zwei aufeinander folgenden Jahren nicht erreicht und auch kein Antrag auf Entscheidung nach §30 Schulgesetz gestellt, so komme es zu einer Auflösung.
Im Falle des sechsjährigen Technikzugs an der Heinrich-Wieland-Schule handle es sich jedoch um den letzten Bildungsgang in zumutbarer Entfernung, weshalb von einer Auflösung - nach zweitem Hinweis - im Schuljahr 2022/23 abgesehen und eine Klammerung mit der Fritz-Erler-Schule vorgenommen wurde. Weshalb es nun jedoch in diesem Schuljahr zur finalen Auflösung kam, bleibt weiterhin unbeantwortet. Über die weitere Zukunft des Zuges entscheiden die künftigen Anmeldezahlen. „Ich würde einen weiteren Fortbestand des Technik-Zugs an der Heinrich-Wieland-Schule sehr begrüßen, da vor allem auch die Förderung der MINT-Fächer von essenzieller Bedeutung für unser Land ist“, so Rülke.
